Kritisierte Verbindung zwischen Strafrichtern und Pflichtverteidiger

Philip von der Meden, ein Strafverteidiger aus Hamburg, hat in der „Süddeutschen Zeitung (SZde)“ kritisiert, dass noch immer häufig die Pflichtverteidiger von den  zuständigen Strafrichtern für das eigene Verfahren ausgewählt werden.
Das bedarf seiner Meinung nach einer Änderung.

Dem Bericht in SZde war zu entnehmen, dass die Regelung der Strafprozessordung
zu kritisieren sei, nach der der Strafrichter die Bestellung des Pflichtverteidigers übernimmt, sofern der Beschuldigte nicht selbst einen Anwalt benennen kann. Von der Meden sieht hier einen Interessenkonflikt, denn der Richter kann jeden Rechtsanwalt bestellen, unabhängig von dessen Qualifikation. Die Entscheidung des Richters enthält in der Praxis keine Begründung, warum dieser oder jener Pflichtverteidiger ausgesucht wurde.

Von der Meden fordert deshalb in diesem Bericht eine dritte Instanz, die über die Bestellung von Pflichtverteidigern zu entscheiden hat, z.B. Rechtsanwaltskammern oder Verwaltungsgerichte. Dies sollte in der Reform des Strafprozessrechts realisiert werden.