Kaum zu glauben – es ging um 1,40 € angeblichen Schaden

Ein älteres Ehepaar im München fischte mit einem Greifarm Flaschen aus einem Glascontainer, um diese Flaschen dem Pfandsystem zuzuführen und ein paar € zur Aufbesserung ihrer Rente zu erzielen. Traurig genug, dass solche Handlungen in einem reichen Land wie unserem heute erforderlich geworden sind.

Wegen dieses Vorgangs wurde von Beobachtern die Polizei gerufen und die kam auch tatsächlich und nahm den Fall auf. Die Staatsanwaltschaft in München brachte den Fall vor das Gericht, schließlich ging es um rund 1,40 € Schaden und angeblichen Diebstahl. Der Richter am Amtsgericht hat die beantragte Bestrafung abgelehnt. Ihm gebührt ein Lob. Wie zu lesen war, legte die Staatsanwalts Beschwerde ein, die jedoch abgewiesen wurde.

Mit welchen Menschen haben wir es inzwischen zu tun, die solch einen Fall zur Anzeige bringen, eine Anzeige darüber aufnehmen und vor Gericht bringen?

Dazu passt ein Kommentar von Horst Trieflinger, dem Vorsitzenden des Vereins gegen Rechtsmissbrauch e.V. in Frankfurt:
„Dieser Fall beweist wieder, dass die Überlastung der Justiz zum Teil hausgemacht ist. Er bestätigt die Auffassung des ehemaligen Generalstaatsanwaltes von Schleswig-Holstein, Professor Heribert Ostendorf, in einem Aufsatz, dass die Strafverfolgungsorgane bei der Kriminalität der Schwachen funktionieren, weniger aber bei den Mächtigen.“