Eisiger Nordwind für Wohnungseigentümer beim Landgericht Itzehoe?

Die seltsame Meinung beim LG Itzehoe gegenüber einem Schwerbeschädigten
(Az.:11 S 79/15 vom 9.3.2016)

Bisher galt die Meinung, dass es unzumutbar für einen Eigentümer ist, eine extrem lange Wegstrecke zum  Verwalterbüro zu fahren, um dort dann Einsicht in Verwaltungsunterlagen nehmen zu können. Mit Hinweis auf eine unzumutbare Wegstrecke war es möglich, gewünschte Unterlagen als Kopien zu erhalten, wenn die Kopier- und Portokosten des Verwalters für diese Leistung angeboten und bezahlt wurden. Das Landgericht in Itzehoe machte jetzt mit einer wohl als eigentümerfeindlich zu bezeichnenden Entscheidung auf sich aufmerksam. Es war der Auffassung, dass auch eine Anfahrt von 500 km noch zumutbar ist und der Eigentümer die Einsicht einen Tag vor der Eigentümerversammlung im Verwalterbüro vornehmen kann.
Ihm sei nämlich zuzumuten, dass er einmal im Jahr zur Versammlung anreisen könne.
Auch die 80%-ige Schwerbehinderung sei hier kein Grund, wenn nicht vom Schwerbeschädigten nachgewiesen wird, dass er nicht reisefähig sei.
Es fehlte nur noch im Urteil, dass das Landgericht bei der Behauptung der Reiseunfähigkeit  eine Bestätigung eines Amtsarztes als Beweis verlangt.

 
LG Itzehoe: Eigentümerversammlung in der Urlauszeit? Ja bitte, unbedingt.
(Az. 1 S 22/16 vom 25.11.2016)

Die Zumutungen des LG Itzehoe für einen Schwerbeschädigten hatten bereits für Aufregung gesorgt. Jetzt hat das Gericht in diesem Sinne nachgelegt.

Eine Eigentümerversammlung in den Ferien, an einem Samstag um 17.00 Uhr angesetzt, kann Vorteile haben. Da sind mehr Eigentümer zuhause und gerade deshalb ist zu solch einem Termin eine Versammlung gerechtfertigt, so die Meinung des LG in Itzehoe im Urteil Az. 1 S 22/16 vom 25.11.2016.

Nun habe ich absolut nichts gegen Itzehoe, denn ich habe dort selbst einige Jahre in der Carl-Stein-Straße zufrieden gelebt. Aber Itzehoe und die sonstigen Einzugsbereiche dieses Landgerichts gelten allgemein noch nicht als Urlaubsort. Zu meiner Zeit sind jedenfalls die Itzehoer und die Leute im Umkreis in ihren Ferien in den Süden oder in die nordischen Länder zum Urlaub machen gefahren. Die LG-Richter in Itzehoe werden es allerdings besser wissen – da bin ich sicher.

Bei solchem eisigen Nordwind könnten ein paar Jever mit einigen klaren Kurzen der örtlichen Kornbrennerei Rusch für die Urteilsgeschädigten eine erste Hilfe darstellen.

Norbert Deul