Richter Thorsten Schleif analysiert in seinem Buch warum Skandal- und Fehlurteile systembedingt sind

Der Versuch einer Erklärung, warum immer weniger Bürger unseren Gerichten vertrauen

Thorsten Schleif ist seit 12 Jahren Richter. Ihm ist aufgefallen, dass einiges schief läuft und hat sich deshalb mit seinem Buch an die Öffentlichkeit gewagt. Es sei bundesweit zu wenig Geld in die Justiz investiert worden. Das betrifft nach seiner Auffassung die Ausbildung, die Besoldung, die Ausstattung und die Anzahl der Richter. So seien z.B. die Asylverfahren von 2007 bis 2017 um 1.650 Prozent gewachsen. Die Arbeitsmehrbelastung kann kaum aufgefangen werden. Hinzu kommt, dass in den nächsten 10 Jahren ca. 40 Prozent der Richter und Staatsanwälte pensioniert werden. Im OLG-Bezirk Düsseldorf, wo Richter Thorsten Schleif eingesetzt ist, sind derzeit 30 Richterstellen nicht besetzt und im OLG-Bezirk Hamm soll es sogar 80 offene Stellen geben. Das Buch von Thorsten Schleif zeigt, wo nach seiner Erfahrung zusätzlich Verbesserungen dringend erforderlich sind und Kuscheljustiz unangebracht ist.

Thorsten Schleif: “Urteil ungerecht“
Ein Richter deckt auf, warum unsere Justiz versagt. Verlag Riva, 208 Seiten, 19,99 €